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Erschienen in: news-age, Heft 6-2010 (Seite
41-43) |
EFT – die Energie-Psychologie
Emotionale Freiheit durch sanften beklopfen: Ängste, Depressionen, Phobien, aber auch Schmerzen und andere körperliche Probleme kann jeder einfach „wegklopfen“ - mit der „Emotional Freedom Technique“, kurz „EFT“
Von Ulrich Arndt
Es ist spektakulär, was Gary Craig, der Begründer der „Emotional Freedom Technique“ (EFT) und die EFT-Anwender beteuern: 80 Prozent aller emotionalen Probleme und damit verbundene körperliche Symptome und Erkrankungen können mit dieser speziellen Klopfbehandlung der Meridiane in Windeseile beseitigt werden. Sogar Anfänger in dieser Selbstbehandlungsmethode haben in etwa 50 Prozent der Fälle schon bei den ersten Malen Erfolg. Da verschwinden Phobien und Ängste wie Flug-, Platz- und Höhenangst, Süchte nach Kaffee, Zigaretten, Süßigkeiten und nach Alkohol oder negative Gefühle wie Kummer, Trauer, Schuldgefühle und Albträume. Ein geringes Selbstwertgefühl kann ebenso verbessert werden wie das Lern- und Leistungsvermögen. Das Abnehmen wird unterstützt und sogar körperliche Probleme wie „Kopfschmerzen, Migräne, Arthritis, Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Asthma, Allergien und Entzündungen können gelindert werden.“ So erklärt die Buchautorin und EFT-Coach Ramona B. Wagner und berichtet aus Ihrer Praxis: Da ist beispielsweise die 38-jährige Frau mit Höhenangst, für die nach nur 20-minütiger Behandlung Höhe einfach kein Thema mehr ist und Fenster keinen vorsichtigen Blick mehr provozieren. Der 39-jährige Mann, der vor lauter Aufregung und Kopfschmerzen bei Einstellungsgesprächen erst nach einer Klopfbehandlung seine Chancen wieder wahren kann. Und der 60-jährige Frührentner, der nach dreimaliger Klopfmassage aus seiner tiefen Erschöpfung und Antriebslosigkeit „erwacht“ und voller Lebensfreude wieder hinaus und auf andere zu geht... Und das alles allein durch ein lockeres Beklopfen bestimmter Akupunkturpunkte.
Die Energiestörung ist das Primäre
Bereits in den 80er Jahren entwickelte der amerikanische Psychologe Dr. Roger J. Callahan die „Thought Field Therapy“ und begründete damit einen völlig neuen Zweig der Psychologie – die „Energie-Psychologie“. Ihr neuartiger Ansatz ist:
„Die Ursache für alle negativen Emotionen liegt in einer Störung des Energiesystems unseres Körpers.“
Also nicht ein Schock, Trauma oder ähnliche Erlebnisse sein die Ursache länger anhaltender negativer Gefühle, sondern eine Störung im Energiesystem – und dieses energetische Ungleichgewicht kann durch eine Regulation der aus der Akupunktur bekannten Energiemeridiane behoben werden. Wird diese Blockade aufgelöst, dann verschwindet auch das emotionale Problem und es ist deshalb auch nicht nötig, die „Ursprungserlebnisse“ zu erkennen und noch einmal zu bearbeiten.
Dieser Kernpunkt der Energie-Psychologie wurde auch die Basis für die von Gary Craig entwickelte „Emotional Freedom Technique“. Auch er verknüpfte Meridiantherapie mit Elementen der Neurolinguistische Programmierung (NLP), der Hypnotherapie und der Kinesiologie und vereinfachte und konzentrierte Callahans Methoden. Während bis dahin eine individuelle Diagnose nötig war, welcher der Meridiane energetisch gestört ist und welcher Punkt behandelt werden muss, fand Craig spezielle Akupunkturpunkte heraus, die alle vierzehn Energiemeridiane und die jeweiligen Störungen darin regulieren. Dadurch können die unterschiedlichsten Gefühle wie Ärger, Ängste, Phobien, geringes Selbstwertgefühl usw. alle gleich behandelt werden. Und Craig entwickelte eine „Basis-Klopffolge“, die auch der therapeutische Laie anwenden kann. Selbst die genaue Lage der Meridianpunkte muss man nicht mehr kennen, denn beim Klopfen reicht es schon, das gesamte Areal um den Punkt zu stimulieren.

Die Basis-Klopfroutine
Die EFT kann sofort angewendet werden, wenn man mitten im Problem steckt – egal ob Ärger, Stress, Phobie- oder Panikattacke. Oder man nimmt sich in einer ruhigen Viertelstunde eines seiner Probleme vor. Das Basisprogramm jeder Klopfbehandlung besteht aus vier Elementen: der „Einstimmung“ auf das Thema, der „14-Punkte-Sequenz“, dem anschließenden Klopfen der „9-Gamut-Folge“ und der Wiederholung der „14-Punkte-Sequenz“.
Die Einstimmung auf das Thema ist unter anderem auch nötig, um eine eventuell unbewusste Umkehr der eigenen Ziele zu verhindern. Oft blockieren bei chronischen Problemen unbewusste Glaubensmuster den Erfolg einer Therapie – diese „Psychologische Umkehr“ soll verhindert werden. Dazu klopft man mit der rechten Hand die Handkante der linken Hand, den sogenannten Karatepunkt (siehe Abbildung, den Punkt 13KP). Dabei spricht man laut dreimal den Einstimmungssatz: „Auch wenn ich das ‚Problem XY’ habe, liebe und akzeptiere ich mich voll und ganz.“ Dabei soll die positive Aussage wie hier immer am Schluss des Satzes stehen.
Während der nun folgenden „14-Punkte-Sequenz“ sagt man beim Klopfen jedes Punktes noch einmal den Einstimmungssatz in einer Kurzform als Erinnerungssatz: „dieses Problem XY“. Das Klopfen der 14 Punkte geschieht locker mit Zeige- und Mittelfinger – zirka 7 bis 8 Mal je Punkt, manche Therapeuten bevorzugen ein schnelleres Klopfen und 20 bis 25 Klopfpulse. Hier kann man dem eigenen Rhythmusgefühl vertrauen.
Energie-Psychologie |
Mittlerweile gibt es verschiedene Formen der Energie-Psychologie, die allesamt auf einer Regulation der Energiemeridiane beruhen und gleichsam eine psychologische Form von Akupunktur und Akupressur sind:
• „Thought Field Therapy“, TFT, von Roger Callahan
• „Emotional freedom Technique“, EFT, von Gary Craig
• „Emotionales Selbstmanagment“ von Lombrou & Pratt
• „Anti Blockade System“, ABS, von Andrea Moser
• „Energy Diagnostic and Treatment Method“, EdxTM, von Dr. Fred Gallo
• „Meridian Energie Technik“, MET, von Rainer Franke
• Massage Energie Therapie“, METh, von Karl-Heinz Biederstaedt
All diese Techniken basieren auf der einfachen Annahme, dass der Grund aller negativen Emotionen in einer Störung des Energieflusses liegt. Sie können von einem Therapeuten oder als Selbstbehandlung durchgeführt werden.
Darüber hinaus gibt es verwandte Methoden der Energie-Psychologie, die sich nicht ausdrücklich auf die Meridienenergie, sondern eher allgemein auf das Energiesystem beziehen – beispielsweise die bekannte Psycho-Kinesiologie nach Dr. Dietrich Klinghardt. |
Die sogenannte „9-Gamut-Folge“ dient unter anderem dazu, die verschiedenen Gehirnbereiche zu aktivieren. Das geschieht durch unterschiedliche Augenpositionen wie bei den Augenmustern im NLP. Hier wird dazu noch abwechselnd ein Lied angesummt (aktiviert die rechte Hirnhälfte) oder gezählt (spricht die linke Hirnhälfte an). Während man also ständig den Gamut-Punkt (Punkt 14, s. Abb.) klopft, schließt und öffnet man die Augen, schaut nach rechts unten und links unten, dreht die Augen im Uhrzeigersinn und einmal entgegen.
Als Abschluss wird noch einmal die „14-Punkte-Sequenz“ geklopft – und das war es schon. So einfach es klingt, sind die Erfolge doch verblüffend, versichert EFT-Ausbilderin Wagner. Natürlich klappt es nicht immer schon im ersten Durchgang, das Problem vollständig zu beheben. In ihrem Praxisbuch „EFT – Emotionale Freiheit“ gibt sie neben einer Anleitung der Methode noch Tipps, wie man mit einem „inneren Film“ oder anderen Kniffen auch in schwierigen Fällen erfolgreich seine Probleme wegklopfen kann – für ein Leben in innerer emotionaler Freiheit.
Bildquellen: ©news-age, ©Omega-Verlag |